Risk – Return: Auch Digitalisierung als unternehmerisches «Must» ist mit substanziellen Risiken behaftet

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Digitalisierung ist ein Megatrend und eine neue Realität zugleich. Durch sie können angestammte Geschäftsmodelle untergraben, neu erfunden werden oder gar für immer verschwinden. Das Tempo dieses Wandels ist für viele atemberaubend hoch. Dasselbe gilt für die Fantasie, die sich mit diesem Wandel verbindet. Auch bei Immobilien sind technologie- und datengetriebene Innovationen in aller Munde. Schon fast als Klassiker gelten daher Plattformen wie «Airbnb». Im inhaltlichen Fokus stehen – je nach Ausrichtung dieser Plattformen – etwa Ferienwohnungen, möblierte Business-Apartments, Parkplätze oder auch Sitzungsräume. Stichwort: Sharing Economy. Die ökonomische Logik dahinter ist immer dieselbe. Die Zeit, während der Sachkapital brachliegt, soll durch innovative Konzepte minimiert werden. Denn wie ein Flugzeug, das nicht in der Luft ist, verursacht auch ungenutztes standortgebundenes Kapitel vor allem eines, nämlich Kosten. Umso reizvoller erscheint es, mit neuen IT-basierten Geschäftsmodellen Immobilien mobiler und letztlich noch rentabler zu machen. So weit, so gut.

Beim ganzen Hype um die Digitalisierung sollte eine fundamentale ökonomische Gesetzmässigkeit nicht vergessen werden. Jedes Geschäftsmodell ist gleichzeitig mit Chancen und Risiken behaftet. Risikofreies Wirtschaften war und ist eine Illusion. Zudem gehen erhöhte Profitaussichten mit steigenden Risiken Hand in Hand einher.

“Higher risk is associated with greater probability of higher return and lower risk with a greater probability of smaller return. This trade off which an investor faces between risk and return while considering investment decisions is called the risk return trade off”
(The Economic Times)

Gleichwohl tendiert die grosse Mehrheit der Marktteilnehmer chronisch dazu, zukünftige Gewinnchancen zu über- und allfällige Risiken zu unterschätzen. Zahlreiche Studien von renommierten Wissenschaftlern belegen dieses Muster. Zur Vermeidung von allfälligen Missverständnissen: Unternehmerischer Wagemut ist die zentrale Triebfeder für erfolgreiches Wirtschaften. Gleichwohl stellt sich die Frage, ob wirklich alle Akteure, die auf den fahrenden Zug von Plattformen à la Airbnb aufgesprungen sind, sich im Vorfeld genügend mit den möglichen Risiken auseinandersetzt haben.

Airbnb legte in der Vergangenheit weltweit, aber auch hierzulande ein frappantes Wachstum hin. Ob in klassischen Touristendestinationen oder in Grossstädten, es lockten erfolgsträchtige Geschäftschancen. Insbesondere bei der traditionellen Kurzzeitvermietung von Ferienwohnungen wurde dadurch der Markt aufgemischt, teils der klassische Mietwohnungsmarkt gar massiv tangiert. Kommt hinzu, dass in der Berichterstattung der Medien solche innovativen Konzepte häufig präsent waren. Dies alles führte weltweit, an nicht wenigen touristischen Hotspots, zu spezifischen, beschränkenden Regulierungen. Sie sollten dort mutmasslichen negativen Auswirkungen entgegenwirken. In diesem Frühjahr nun stoppte die Corona-Pandemie den dazugehörigen Hype mit einer Vollbremsung (vgl. Grafik). Wohl niemand konnte sich ein solches Extremszenario vorstellen, geschweige denn, darauf vorbereitet zu sein. Und manch ein Business-Plan hat dadurch Schiffbruch erlitten.

Logiernächte Schweiz

Die aktuelle wirtschaftliche Grosswetterlage ist massgeblich durch einen bisher unbekannten Grad an Unsicherheit geprägt. Dabei steht das Wirtschaftsleben nicht still. Im Gegenteil, es verändert sich massiv. So beschleunigt die Pandemie den ohnehin laufenden Strukturwandel abermals. Gleichzeitig tendiert die betriebliche Planungssicherheit gegen null. Es fehlt an verlässlichen Orientierungspunkten. Aber Unternehmen können in dieser Situation keine Auszeit nehmen. Sie sind vielmehr einem Dauerstress ausgesetzt. Wann Linderung kommt, steht zurzeit in den Sternen.

Bei K.REM massen wir uns keinesfalls an, alle Risiken zu antizipieren und diese zu kennen. Dasselbe gilt für das Kennen des richtigen Masses an Risikoappetit oder von vertretbaren Risiko-Rendite-Profilen. Aber die Corona-Pandemie geht vorbei. Die Digitalisierung bleibt. Daher sind Immobilieneigentümer derzeit gut beraten, wenn sie trotz der Krise bewusst auf zwei Hochzeiten tanzen: Einerseits gilt es, ein professionelles und agiles Krisenmanagement zu betreiben. Andererseits darf das stetige Arbeiten an der mittel- und langfristigen strategischen Ausrichtung der eigenen Immobilien und des Portfolios dabei nicht vernachlässigt und auf die lange Bank geschoben werden: Wer morgen eine risikogerechte Cashflow-Rendite auf seinen Anlagen erzielen möchte, muss heute – in der Krise – säen, sprich wegweisende Entscheide fällen und eventuell auch Investitionen tätigen.

Hinweise:

https://www.srf.ch/news/regional/bern-freiburg-wallis/verdraengung-der-einheimischen-interlaken-sagt-airbnb-den-kampf-an

https://folio.nzz.ch/2007/juni/wenn-blut-den-strassen-fliesst

https://economictimes.indiatimes.com/definition/risk-return-trade-off

https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/tourismus/beherbergung/hotellerie/kantone.assetdetail.14843183.html

https://www.tourobs.ch/de/publikationen/?old=on

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